Vorreiter im Mittelfeld


Energiestatistik

Deutschland (in Form seiner mehr oder weniger offiziellen Vertreter) präsentiert sich meist als Vorreiter bei Klimaschutz und Erneuerbaren Energien. Zu Recht? 

Neue Daten von Eurostat relativieren das Bild. Für 2014 lag der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch (Bruttoendenergieverbrauch) in Deutschland bei 13,8 Prozent. Das liegt unter dem EU-Schnitt von 16 Prozent. Ein Land wie Schweden hat sogar einen Anteil von 52,6 Prozent. Die EU strebt bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent an, Deutschland national von 18 Prozent.

Diese Quoten sind niedriger als beim Strom alleine. Hier lag der Anteil in Deutschland 2014 laut Eurostat bei 28,2 Prozent. Inzwischen sind bereits Zahlen für 2015 verfügbar. Demnach lag der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bei 30 Prozent (Destatis) oder sogar 32,5 Prozent (Agora Energiewende).

Demnach muss der Anteil der Erneuerbaren außerhalb des Stromsektors deutlich niedriger sein. In der Tat. Heizung und Kühlung geschieht in Deutschland nur zu 12,2 Prozent erneuerbar, im EU-Schnitt immerhin zu 17,7 Prozent. Selbst Länder wie Frankreich und Italien erreichen hier höherer Werte, Schweden auch hier mit 68,1 Prozent einen Spitzenwert.

Zwei Fragen stellen sich dabei: Ist die Energiewende beim Strom einfacher als bei der Energie insgesamt? Wenn ja, was bedeutet das für das Thema Heizen-mit-Strom?