Sparen mit Hilfe der Heizkostenrechnung?


Energieeffizienz, Tarife

Im Prinzip sollte die jährliche Heizkostenabrechnung helfen, Energie zu sparen. Aber sie tut das nur bedingt. Von vielen wird sie gar nicht verstanden (was entschuldbar ist), und wer sie versteht, dem nützt sie meist wenig. Das Öko-Institut ist nun in einem Gutachten mit dem gemeinnützigen Beratungsunternehmen CO2-online der Frage nachgegangen, wie diese Abrechnungen verbessert werden könnten. Offensichtlich wird über eine neue gesetzliche Regelung nachgedacht, sonst hätte das Unmweltbundesamt diese Studie nicht beauftragt. Vorweg die Nebensache: Die rund 650 deutschen Heizkostenablesefirmen haben die Studie boykottiert (Seite 36). Zwar ist verständlich, dass man neue Regulierungen fürchtet. Aber diese Haltung ist doch erstaunlich, denn ohne die verschiedenen Vorschriften gäbe es die ganze Branche der Heizkostenabesedienste gar nicht. Regulierung ist hier also Existenzgrundlage, da sollte man doch eine gewisse Kooperationsbereitschaft erwarten können.

Inhaltlich kam aber leider nicht sehr viel heraus. In der Pressemitteilung wird behauptet, eine bessere Aufbereitung der Abrechnungen ließe „7 Proztent der Heizkosten“ einsparen. Im Text selber finde ich die Zahl nicht, statt dessen ist von „3 bis 6 Prozent“ die Rede, was 25 bis 50 Euro im Jahr bedeutet. Es ist auch nicht ganz klar, wie die Zahlen errechnet worden sind. Offenbar ergeben sie sich aus  Einsparprojekten mit Hilfe zusätzlicher Information der Haushalte. Hier herrscht aber natürlich ein starker „selection bias“. An einer solchen Studie machen nur Menschen mit, die ohnehin am Thema interessiert sind.

Die These, dass man aus den jährlichen Heizkostenabrechnungen mit Visualisierung und Benchmarking mehr machen könnte, ist aber sicher richtig.Allerdings halte ich dafür die Methode des grafischen Benchmarking mittels Histogramm für geeigneter.