Reboundeffekt? Nein, Zusatznutzen!


Energieeffizienz, Energiepreise, Tarife

In einer ausgezeichneten Studie, die schon Ende 2015 erschienen ist, hat der Brüsseler Thinktank BPIE (Buildings Performance Institute Europe) die Rentabilität von energetischen Sanierungen im deutschen Gebäudebestand analysiert. Dabei nutzen die Autoren das Konzept der „Energiesparkostenkurve“, eine äußerst intuitive Visualisierung der Rentabilität dieser Investitionen in Abhängigkeit von der Gebäudekategorie.Vor allem aber griffen sie auf das Konzept des Zusatznutzens der Investition zurück.

Denn wohl jede energetische Investition erreicht Zusatznutzen in Form von Komfort, sprich höherer Zimmertemperatur im Winter. Man kann das, wie meist geschehen, als Reboundeffekt bezeichnen, der der Einsparwirkung entgegenwirkt. Man kann es aber auch als nicht-monetären Zusatzeffekt bezeichnen. Überschlagsmäßig haben die Autoren diesen Zusatznutzen auf 30 Prozent der eigentlichen monetären Einsparung geschätzt (zusätzlich). Damit ergibt sich, dass sehr viel mehr Investitionen in die energetische Qualität von Gebäuden rentabel sind, wenn man diesen Zusatznutzen mit einbezieht.

Das gilt vor allem für die Top-Kandidaten von Sanierungen: nämlich Krankenhäuser, Schulen und vor 1948 gebauten Einfamilienhäusern. Dennoch kommt auch das BPIE zur  Erkenntnis: Ohne eine Erhöhung der Energiesteuer auf Heizöl von 6,14 Cents je Liter (plus derzeit 6-7 Cents Mehrwertsteuer) ändert sich bei der finanziellen Rentabilität von Energieinvestitonen wohl erst mal kaum etwas. Diese liegt zudem deutlich unter dem EU-Durchschnitt.