Preisbremse für Fernwärme


Tarife

Fernwärme gilt als gut für Umwelt und Klima. Das hängt zwar immer vom Energiemix der jeweiligen Heizkraftwerke ab, aber im Prinzip stimmt es ja schon. Wie bekommt man nun mehr Menschen dazu, sich für Fernwärme zu erwärmen? Die Enquete-Kommission des Berliner Abgeordnetenhauses („Neue Energie für Berlin“) hat in ihrem Abschlussbericht vom 3. November 2015 einen Vorschlag gemacht. Dieser hat es in sich, sollte er tatsächlich umgesetzt werden.

Die Preise für Fernwärme sollen demnach reguliert werden. Das sähe so aus: „Empfohlen wird … eine Regulierung des Endkundenpreises, indem die Entwicklung des zulässigen Maximalpreises für Fern- und Nahwärme an die Entwicklung des anlegbaren Marktpreises für Erdgas in Berlin gekoppelt wird.“ Dieser setze sich zusammen aus dem „Jahresdurchschnitt einer oder mehrerer liquider Handelspunkte zzgl. dem Netzentgelt für Erdgaskunden in Berlin“, auf Deutsch: ohne Handelsspanne.

Dabei soll geprüft werden, ob das „Ausgangsniveau unter dem heutigen Preislevel festgelegt werden kann, denn die Berliner Fernwärmepreise müssten aufgrund der niedrigen Wärmegestehungskosten, dem lange abgeschriebenen Wärmenetz und der hohen Abnahmedichte deutlich unter dem Niveau anderer Städte liegen, was aber nicht der Fall ist.“

Der Vorschlag ist bemerkenswert. Die Forderung nach einer Regulierung des Fernwärmepreises erscheint zwar nachvollziehbar. Aber der Vorschlag in dieser Form übersieht vollkommen die aktuelle Preissituation auf dem Gasmarkt und vor allem die unterschiedliche Kostenstruktur beim Vergleich Gas zu Fernwärme. Beim Gas muss der Kunde die Anschaffungskosten des Kessels oder der Therme selbst tragen, bei der Fernwärme stecken alle Kosten für ihn im heißen Wasser. Eine solche Preisfixierung funktioniert nicht.