Nachtstromtarif


Tarife

Ein Artikel auf Spiegel online berichtet über kostenlosen Strom in den USA und über deutsche Tarife für Nachtspeicherheizungen: „Auch in Deutschland gibt es längst nicht mehr nur für die Nachtspeicherheizung Nachttarife.“ Das klingt so, als ob das mit den Nachtstromtarifen hierzulande nun ein neuer Trend wäre. Es stimmt ja eher das Gegenteil.

Zwar ist viel von smart grid die Rede. Es gibt aber derzeit in Deutschland für Privathaushalte noch keine relevante Tarif-Differenzierung nach der Tageszeit oder gar nach der aktuellen Erzeugung von erneuerbarem Strom. Vielmehr gab es die früher, als die Versorger die Nachtspeicherheizungen in den Markt gedrückt haben. Heute sind diese Tarife weitgehend verschwunden. Das könnte sich natürlich ändern, aber das ist Zukunftsmusik.

In Texas, wie die NY Times schreibt, gibt es nun kostenlosen Strom – nachts. Auf der Webseite von TXU energy liest man dazu: „Free electricity during morning and evening applies to per kWh usage charges between 7-10 a.m. and 7-10 p.m. every day of the term.“ Da steht aber dann aber gleich danach: „Other recurring and nonrecurring charges, including monthly charges and state and local taxes, apply normally to all hours of usage.“ Der Versorger verlangt also nur die staatlichen Abgaben auf die kWh – die aber natürlich in den USA niedriger sind als in Deutschland. Die Energiedienstleistungsfirma Direct Energy bietet ebenfalls in den USA Samstags freien Strom an und in Kürze sogar von Freitag abend bis Sonntag abend.

In Deutschland ist die Lage völlig anders. Wie ein Blick auf die Vergleichplattform Verivox zeigt, gibt es zwar ein gewisses Angebot an Nachttarifen für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen. Die Unterschiede zwischen Tag- und Nachttarif sind aber gering: Sie liegen bei drei bis vier Cent pro kWh. Es gibt Nachttarife in der Regel zu 17 Cents pro kWh, das ist zu einem typischen Normaltarif von 25 Cents ein Abstand von 8 Cents pro kWh – nicht gerade viel.