Experten empfehlen: Heizung an!


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Der von Bosch gesponserte Newsletter Effizienzhaus online meldet: Die Heizung auch bei Abwesenheit an zu lassen, sei „keine Energieverschwendung, sondern notwendig, um Frostschäden und lange Aufheizzeiten der Heizungsanlage zu vermeiden.“ Weiter heißt es:  „Experten empfehlen: Wohnräume sollten tagsüber

mindestens 17 Grad haben. Wird die Temperatur darunter abgesenkt, dauert das Aufheizen der Räume später umso länger. Und in der Nacht gilt: Heizung nicht ausschalten! Denn wird die Heizungsanlage aufgrund falsch verstandener Sparsamkeit nachts abgestellt, braucht es morgens umso länger, bis Bad, Wohnzimmer und Küche wieder warm werden.“ Ach. Wieso bitte schön „falsch verstandene Sparsamkeit?“

Natürlich sind eingefrorene Heizungen oder Wasserleitungen schlimm. Wenn man im Winter länger weg ist, gilt es daher, die Heizung auf Frostschutz-Level zu stellen. Aber darum geht es bei den 17 Grad nicht. 17 Grad sind zum Aufenthalt auf Dauer zu wenig, das kann also auch nicht gemeint sein. Gemeint sind Wohnräume, in denen sich niemand aufhält. Wieso das? Hier behaupten Experten, es spare Energie, die Heizung nicht (so stark) herunterzudrehen, wenn man sie später einmal wieder aufdrehen muss. Aber das ist schlicht Unsinn.

Hier wird der alte Irrtum aus dem Klamottenschrank geholt, dass es mehr Energie kostet, wenn man bei Abwesenheit die Heizung runterdreht und sie dann eben bei Bedarf natürlich wieder stärker aufdrehen muss. Das kann aber niemals mehr Energie kosten als ein Dauerbetrieb! Denn jede Kilowattstunde, die die Heizung in Wärme umwandelt, wandert irgendwann durch Fenster, Wände oder Dach aus dem Haus raus. Natürlich dauert das Aufheizen länger, wenn die Heizung stark runter gestellt war. Aber das Aufheizen kann niemals mehr Energie verbrauchen, als vorher eingespart wurde!

Vielleicht verwechselt hier ein „Experte“ das irgendwie mit dem Bergsteigen: Da gilt natürlich: Besser gleichmäßig schnell laufen als erst trödeln und dann am Ende spurten. Bei der „Endspurt-Strategie“ verausgabt man sich, aber das liegt am menschlichen Körper, der funktioniert anders als eine Heizung.

Es gibt natürlich Gründe dafür, die Heizung nachts oder bei Abwesenheit nicht ganz runter zu drehen: insbesondere Komfort und Bequemlichkeit. Darauf kommen wir aber schon selber, das braucht uns kein Experte sagen. Und es gibt natürlich das Argument Frostschutz bei extremer Kälte. Diese Experten raten daher, bei längerer Abwesenheit die Temperatur auf mindestens 16 Grad zu halten. Das muss aber schon ein extrem schlecht gedämmten Haus sein, das für Frostsschutz 16 Grad benötigt. Es gibt auch noch die Schimmelvorsorge bei gefährdeten Häusern und Feuchtigkeit. Aber davon war in dieser Mitteilung gar nicht die Rede.

Aus Sicht des Energiesparens gibt es keinen Grund, eine Heizung nicht herunter zu drehen! Alles andere ist Unsinn. Glauben Sie keinem Experten im Auftrag einer Industrie.